Zur Saisoneröffnung 2026 trafen sich Mitte Februar zahlreiche VdAW-Motoristen im Europa-Park Erlebnis-Resort in Rust. Neben der Wahl der Vorstandschaft und dem fachlichen Austausch standen eine exklusive Führung mit Blick hinter die Kulissen der Gärtnerei des Europa-Parks sowie ein Fachvortrag zum sicheren Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus auf dem Programm.
Ein Jahr im Europa-Park
Eindrucksvoll präsentierten Betriebsleiter Sebastian Elender und sein Stellvertreter Matthias Engler die umfangreichen Arbeiten der Abteilung Garten- und Landschaftsbau des Europa-Parks im Jahresverlauf. Über 80 Mitarbeitende sind hier in den Bereichen Garten- und Landschaftsbau, Floristik, Bewässerungstechnik, Entsorgung und Ambiente tätig.
Eine besondere Herausforderung im täglichen Betrieb sind lärmintensive Arbeiten. Diese dürfen ausschließlich vor Öffnung des Parks um 9:00 Uhr durchgeführt werden.
Ganzjährige Bepflanzung mit beeindruckenden Zahlen
Mit dem Frühjahr beginnt die Pflanzzeit: Rund 180.000 Frühjahrsblumen und 30.000 Tulpen werden jährlich neu gesetzt. Die Gestaltung der Beete liegt in der Hand der jeweiligen Gärtnerinnen und Gärtner – oft verbunden mit einem kleinen internen Wettbewerb um das schönste Beet. 6 bis 8 Wochen später schmücken rund 250.000 Sommerblumen, 1.800 Blumenkästen und 2.500 Kübelpflanzen den Park.
Im Herbst werden 100.000 Herbstblumen sowie 180 Tonnen Kürbisse für die aufwendige Halloween-Dekoration verarbeitet. Innerhalb einer Woche muss die gesamte Dekoration des Parks bewerkstelligt sein. Dabei werden die großen Kürbisfiguren bereits im Vorfeld angefertigt.
Für eine festliche Atmosphäre im Winter sorgen die 3.500 weiß eingefärbten Weihnachtsbäume.
Im Europa-Park wachsen über 8.000 registrierte Bäume. Jeder einzelne davon wird regelmäßig kontrolliert und fachgerecht geschnitten. Die Pflegearbeiten erfolgen ausschließlich außerhalb der Besucherzeiten.
Für die Rasenpflege kommen – je nach örtlichen Gegebenheiten – Mähroboter, Aufsitzmäher oder klassische Rasenmäher zum Einsatz. Ein Großteil der insgesamt 50 eingesetzten Mähroboter arbeitet in den frühen Morgenstunden.
Die über 8.000 m² große Rasenfläche in der Wasserwelt „Rulantica“ kann aufgrund der rund 2.000 Liegestühle nicht von Mährobotern gepflegt werden. Stattdessen werden während der Saison einmal wöchentlich sämtliche Liegestühle vorübergehend entfernt und die Fläche mit einem Aufsitzmäher gemäht. Damit kein Gras ins Wasser gelangt, wird das Schnittgut aufgefangen. Um diese Arbeiten vor der Parköffnung abschließen zu können, sind 20 Mitarbeiter parallel im Einsatz.
Auf einem spannenden Rundgang erhielten die VdAW-Motoristen Einblicke in die Werkstätten, Gewächshäuser und den Betriebshof. Neu errichtet wurde ein spezieller Raum zur Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus. Zudem werden verschiedene Schüttgüter wie gelber und roter Sand, Granitsplitt, Hackschnitzel sowie viele weitere Materialien bevorratet. Von den im Europa-Park verlegten 100 Pflastersteinarten sind jeweils rund 5 m² eingelagert, um bei Reparaturbedarf schnell reagieren zu können.
In den Werkstätten der Ambiente-Abteilung werden derzeit 1.200 Sitzbänke und 750 Sonnenschirme für die kommende Saison vorbereitet. Auch das Lager der Bewässerungstechnik ist mit mehreren Kilometern Leitungen sowie unzähligen Verbindungs- und Steuerelementen gut bestückt, um jederzeit eine reibungslose Versorgung der Pflanzen gewährleisten zu können.
Die Unternehmer zeigten sich beeindruckt von der Organisation, der durchdachten Logistik und den kompetent ausgeführten Arbeiten, die einen reibungslosen Parkbetrieb erst möglich machen.
Fachvortrag zum sicheren Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus
In seinem Vortrag informierte Rolf Jansen von der ASV MotorSecure GmbH über das sichere Handling, die Lagerung und den Transport von Lithium-Ionen-Akkus in Motorgeräte-Fachbetrieben. Dabei beleuchtete er die Ausgangssituation aus Sicht der Betriebe und Versicherer sowie die typischen Gefahrenbereiche – vom Ausstellungsraum und Lager über die Werkstatt bis hin zum Transport und zur Entsorgung.
Dabei wurde deutlich, dass mit steigender Anzahl Lithium-Ionen-Akkus auch das Gefahrenpotenzial wächst. Im Motorgeräte-Fachbetrieb befinden sich Akkus im Ausstellungsraum, im Ersatzteil- und Neumaschinenlager, in der Werkstatt (z.B. in Akkuschraubern) sowie in Kundengeräten, die zur Wartung, Reparatur oder Wintereinlagerung angenommen wurden.
Für die Lagerung und Bereitstellung der Akkus gibt es keine rechtsverbindlichen Vorschriften. Umso wichtiger ist es, eigenverantwortlich Vorkehrungen zu treffen. Dazu gehört das sorgfältige Lesen der Sicherheitsdatenblätter ebenso wie die Erstellung individueller Gefährdungsbeurteilungen. Für den Transport von Akkus gelten dagegen klare Gefahrgutvorschriften.
Rolf Jansen stellte die Risiken in den einzelnen Bereichen vor und zeigte praxisnahe Lösungen auf. Dabei betonte er, dass sich die Maßnahmen je nach Lagergröße unterscheiden: Für Lagerflächen unter 60 m² und einer Deckenhöhe unter 3,00 m sind andere Vorkehrungen erforderlich als für größere und höhere Lagerbereiche.
Insbesondere betonte der Experte, dass Mähroboter im Winter nicht im Betriebsgebäude eingelagert werden sollten. Als Alternative empfahl Jansen eine externe Lagerlösung, beispielsweise in einem entsprechend ausgestatteten Container. Hier könne z.B. ein umfunktionierter Kühlcontainer zum Einsatz kommen. Darüber hinaus riet Rolf Jansen zu einer direkten Abstimmung mit dem Feuerversicherer und dazu, diesen idealerweise zu einer Betriebsbegehung einzuladen.
Wahl der Vorstandschaft
Vor der Wahl der neuen Vorstandschaft bedankte sich Michael Rabe vom VdAW herzlich bei der bisherigen Vorstandschaft für deren großen Einsatz und Engagement.
Für das Team konnten mit Lena und Marc Wandel zwei neue junge Vorstandsmitglieder gewonnen werden.
Die neue Vorstandschaft der VdAW-Motoristen:
- Kurt Speidel, Fachgruppenvorsitzender
- Frank Kölle
- Janik Noller
- Bernd Vogel
- Lena Wandel
- Marc Wandel
Wir wünschen allen Beteiligen eine erfolgreiche Amtszeit, bedanken uns vorab für ihr Engagement und freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit!
Informationen und Austausch
Weiter informierte Michael Rabe die Anwesenden über aktuelle Entwicklungen in der Ausbildung zum/zur Land- und Baumaschinenmechatroniker/in, das anstehenden Neuordnungsverfahren, die aktuellen Ausbildungszahlen, ÜBA-Lehrgänge und Gesellenprüfungen.
Im Zusammenhang mit der Ausbildung wurde insbesondere die Führung des Berichtshefts kontrovers diskutiert. Zudem wurde angeregt, für Auszubildende freiwillige Lehrgänge in den Bereichen „Drehen und Schweißen“ anzubieten. Diese Kompetenzen sind für Land- und Baumaschinen-mechatroniker/innen nach wie vor von großer Bedeutung. Darüber hinaus stellte Michael Rabe das Beratungsangebot des Verbandes vor.
Abschließend wurden anstehende Termine und ein möglicher Veranstaltungsort für die Motoristen-Saisoneröffnung 2027 besprochen. Für eine bessere Vernetzung und den Austausch der Berufskollegen stimmten die Mitglieder für die Einrichtung einer WhatsApp-Gruppe.
Mit vielen neuen Eindrücken, Informationen und einem gestärkten Netzwerk starteten die VdAW-Motoristen in die Saison 2026, für die wir allen unseren Mitgliedern viel Erfolg wünschen! (LH)
Autor: Michael Rabe, VdAW e.V.



